Meine Berufsunfähigkeitspolice endet, wenn ich 60 Jahre alt bin. Lässt sich die Laufzeit noch verlängern?

Timo Schmidt, 38, ist seit zehn Jahren als selbstständiger Finanzberater für HORBACH tätig. Viele seiner Kunden arbeiten im öffentlichen Dienst. In Beratungsgesprächen hat er festgestellt, dass das Risiko, nicht mehr arbeiten zu können, oft unterschätzt wird
Timo Schmidt, 38, ist seit zehn Jahren als selbstständiger Finanzberater für HORBACH tätig. Viele seiner Kunden arbeiten im öffentlichen Dienst. In Beratungsgesprächen hat er festgestellt, dass das Risiko, nicht mehr arbeiten zu können, oft unterschätzt wird

Das gesetzliche Renteneintrittsalter ist in den vergangenen Jahren auf 67 Jahre angehoben worden. Haben Sie Ihre Berufsunfähigkeitspolice nur bis zum 60. Lebensjahr abgeschlossen, ist Ihr Einkommen möglicherweise sieben Jahre lang nicht abgesichert. Dabei erhöht sich das Risiko der Berufsunfähigkeit mit steigendem Alter.

Sie könnten Ihren bestehenden Vertrag bis zum 67. Lebensjahr verlängern. Die monatlichen Beiträge würden sich dabei erhöhen. Um wie viel, kann Ihr Finanzberater für Sie prüfen. Allerdings müssten Sie erneut Gesundheitsfragen beantworten. Das könnte problematisch werden, wenn in den vergangenen Jahren Krankheiten, Behandlungen oder Unfälle in Ihrer Krankenakte vermerkt wurden.

Statt einer Vertragsverlängerung lohnt sich unter Umständen auch der Abschluss einer weiteren Berufsunfähigkeitspolice. Manche Versicherungen bieten genau für den Zeitraum zwischen dem 60. und dem 67. Lebensjahr Produkte an. Dabei wird ein neuer Vertrag nach abermaliger Gesundheitsprüfung abgeschlossen. So bleibt Ihr Versicherungsschutz ebenfalls nahtlos bestehen.

Es gibt Alternativen, mit denen sich die Lücke zwischen Versicherungsende und Renteneintritt ebenfalls schließen lässt. Je nach Alter, Beruf und Gesundheitszustand kann eine Erwerbsunfähigkeits-, eine Dread-Disease- oder eine Grundfähigkeitsversicherung sinnvoll sein.

Bei einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung erhält der Versicherte eine monatliche Rente, wenn er nicht mehr in der Lage ist, mindestens drei Stunden täglich zu arbeiten – ganz gleich, in welchem Beruf. Bei der Police ist die Gesundheitsprüfung nicht ganz so streng wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch die monatlichen Beiträge sind oft deutlich niedriger.

Eine weitere Option ist die Dread-Disease-Versicherung. Dabei erhält der Versicherte eine größere Einmalsumme, wenn er eine schwere Erkrankung erleidet, etwa Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt oder multiple Sklerose. Die Grundfähigkeitsversicherung springt dagegen ein, wenn der Versicherte grundlegende körperliche Fähigkeiten wie hören, sehen oder Treppen steigen verliert. Bei beiden Policen wird eine monatliche Rente gezahlt, selbst wenn der Beruf weiter ausgeübt wird.

Sie können aber auch selbst Rücklagen für die Zeit zwischen dem Ende der Berufsunfähigkeitsversicherung und dem Renteneintritt bilden. Wer beispielsweise über 1500 Euro monatlich verfügen will, muss für die Zeit zwischen dem 60. und dem 67. Lebensjahr 126 000 Euro ansparen.


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